Hamburg (Öjendorfer Park) – Schnee- und Eismarathon am 11.02.2012 – Bericht v. Ch. Hottas

Wie so häufig, wenn ein Veranstaltungsname Bezug auf das mutmaßliche Wetter nimmt, passte er nicht zu 100 Prozent: Zwar gab es auf dem Öjendorfer See Schnee und Eis satt, doch die Laufstrecke drum herum wäre eigentlich besser mit dem Namen „Väterchen Frost-Marathon“ beschrieben worden.

Nichtsdestotrotz: Der Öjendorfer Marathon am Samstag, dem 11.02.2012, hieß „Schnee- und Eis-Marathon“ und war ganz eindeutig eine richtig winterliche Laufveranstaltung. Selbstverständlich klappte veranstalterseitig wieder einmal alles, angefangen vom Pavillondorf an Start/Ziel, dessen Aufbau ich bei meiner Ankunft gegen 7.30 Uhr noch mitbekam, über die Startunterlagenausgabe, Kilometermarkierung, Top-Verpflegung, Rundenzählung bis hin zur Ziel-Verpflegung der Finisher.

Dafür schon gleich zu Beginn dieses Berichtes ein ganz herzliches Dankeschön an das Orga-Team mit Till Probst, Peter Kellermann, Mario Sagasser sowie ihre Helfer: Erika Köhn, Rita Gehrke, Christian Fehling und Sabine Heidmann sowie die weiteren mir namentlich nicht bekannten!

Nach meinem Teichwiesen-Marathon am Vorabend, bei dem ich Peter Wieneke durch die Dunkelheit begleitet (bzw. teilweise geführt) hatte, war ich erst nach Mitternacht zu Hause gewesen und erst um 1.30 Uhr im Bett. So gönnte ich mir bis 6.50 Uhr ein wenig Schlaf, brach um 7.10 Uhr in Sasel auf und erreichte den Parkplatz an Start/Ziel um 7.31 Uhr.

Nachdem ich meine Startnummer erhalten hatte, war die restliche Zeit bis zum Start mit Begrüßen zahlreiche Lauffreunde und natürlich mit Klönschnack gefüllt.

Um 8 Uhr startete dann unsere Frühstart-Gruppe aus 13 Marathonis…

Peter Wieneke und ich hatten es heute nicht so eilig. Schnell ließen wir uns – noch im Auftakt-Pendelstück vor der ersten Runde – ans Ende des Feldes zurückfallen und „scheuchten das Feld vor uns her“.

Gemäß des Mottos „Warm anziehen oder warm laufen“ hatten wir uns fürs Warm-Anziehen entschieden. „Obenrum“ trug ich vier Schichten, an den Beinen drei…

Vor uns liefen Joachim Langnickel und ein mir unbekannter Läufer, davor das Duo Rita Brämer / Horst Preisler. Horst wollte nach drei lauffreien Wochenenden wegen Rückenproblemen sowie davor einer 8.35 h beim Honigkuchen Marathon in Kevelaer und einer 11.29 h beim Mumbai Marathon sein Comeback geben. Mit Rita an seiner Seite lief er zügig davon und war gegen Ende der ersten Runde aus unserer Sicht verschwunden.

Peter und ich beendeten Runde 1 (incl. Auftaktstück) nach 40.38 min, Runde 2 nach weiteren 35.17 min und Runde 3 nach 34.17 min (total 1.50.12 h). Langsam hatte ich mich warm gelaufen, und deswegen hatten wir in der dritten Runde auch ein wenig angezogen. Als Peter dann jedoch erkennen ließ, dass er seines Rückens wegen – er lief sehr schief und nach rechts vorn gebeugt – heute eher ruhig laufen wollte, setzte ich mich langsam, aber sicher von ihm ab und lief die nächsten drei Runden in 31.58, 32.28 und 33.43 min. Dabei überholte ich in Runde 6 Joachim Langnickel und zwei weitere Läufer, die mir noch 1-2 km zu folgen versuchten, dann jedoch zurück fielen.

Zwar waren auf unserer Laufstrecke teilweise recht viele Spaziergänger, Läufer und auch Nordic Walker unterwegs, doch herrschte allgemein ein lockerer und rücksichtsvoller Umgang miteinander, so dass es hier nie Probleme gab. Außerdem nutzten einige Spaziergänger das feste Eis auf dem Öjendorfer See und wichen vom Weg auf die Eisfläche aus.

„100MC-Event-Fotograf“ Arne Franck alias „Quentsch” fragte denn auch, ob wir schon die Abkürzung über den See probiert hätten. Hatten wir aber natürlich nicht!

Nach Runde 6 hatte ich mir ausgerechnet, dass eine Zeit unter 6.30 h, wahrscheinlich sogar unter 6.20 h möglich und realistisch sein würde, was mir heute auch absolut ausreichte. Trotz des späten Finishs am Vorabend fühlte ich mich bei diesem ruhigen Lauftempo gut.

Nach Runde 7, die ich in 34.14 min absolviert hatte, sah ich plötzlich in Runde 8 den „Chief“ vor mir. Karl-Heinz Jost schien mich indessen auch bemerkt zu haben und wehrte sich ganz offensichtlich. Da wir immerhin ja noch knapp vier Runden, also rund 14-15 km, vor uns hatten, nahm ich ihn erst einmal „nur so“ zur Kenntnis und behielt vorerst meinen bisherigen Schnitt bei: Runde 8 war mit 34.54 min etwas langsamer, Runde 9, in der ich die Lücke zulief, mit 33.40 min minimal zügiger als Runde 7.

Gleich zu Beginn der vorletzten Runde, noch am Verpflegungsstand, überholte ich den „Chief“ und legte gleichzeitig ein wenig Fahrt zu. Mit 32.34 min sollte dies meine drittbeste Runde werden. Im zweiten Kilometer dieser Runde sah ich plötzlich Horst vor mir: Er ging, untergehakt bei einem Stockelsdorfer Läufer. Ich passierte beide zügig, wobei mich der Stockelsdorfer, der sich in seiner Schlussrunde befand, wenig später rücküberholte.

Wenige hundert Meter später schloss ich zu einem weiteren Läufer auf, der ziemlich unmotiviert vor mir herschlich. Als ich ihn darauf ansprach, versicherte er mir, dass er sehr motiviert sei, wobei sein Tonfall eher den optischen Eindruck verstärkte. Netterweise erläuterte er mir die mentalen Aspekte des Marathonlaufes, ehe er dann am Rundenende als Halbmarathonläufer finishte…

Mit einer 5.43.43 h zu Beginn der Schlussrunde konnte nun eigentlich nichts mehr anbrennen. So nahm ich wieder minimal Fahrt heraus und lief diese letzte Runde locker auf Genuss. Zwischenzeitlich überholten mich noch einige Läufer des 9-Uhr-Hauptstarts, die sich ebenfalls in ihrer Schlussrunde befanden, doch dies störte oder provozierte mich überhaupt nicht.

Nach 6.18.29 h traf ich dann im Ziel ein.

Ich trabte gleich zum Auto weiter, zog mir erst einmal warme und trockene Kleidung an, ehe ich mir im beheizten Verpflegungspavillon heißen Kaffee, Pizzabrötchen, Mini-Frikadellen und einige Leckereien mehr gönnte. In der Zwischenzeit waren auch der „Chief“ sowie Horst im Ziel (letzterem hatte ich auf den letzten ca. 6 km rund 6 min abgenommen). Immerhin hatte aber Horsts Comeback mit einer 6.24 h als neuer Jahresbestzeit 2012 doch ganz gut geklappt!

Und schließlich trudelte auch Peter Wieneke nach 6.53 h ins Ziel – noch immer völlig schief wie am Vorabend…

Wenig später befand ich mich auf dem Heimweg, wobei ich das noch vorhandene Tageslicht nutzte, eine mögliche „Lost Places Marathon“-Strecke zu sichten und zu fotografieren. Fazit: Der Öjendorfer „Schnee- und Eis-Marathon“ 2012 war mal wieder eine gelungene Laufveranstaltung unter den versprochenen winterlich kalten Bedingungen. Alles war ausgesprochen läufergerecht, nicht zuletzt auch das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis.

11.2.12 18:28

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