Olympia 2012: 'Äthiopierin Gelana holt Marathon-Gold - Mikitenko 14.' - sueddeutsche.de vom 05.08.12

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sueddeutsche.de vom 05.08.2012

Olympia - London: Äthiopierin Gelana holt Marathon-Gold - Mikitenko 14.

 

Die Äthiopierin Tiki Gelana überquerte nach 2:23:07 als Erste die Ziellinie. Foto: Kerim Okten 

London (dpa) - Tiki Gelana zeigte mit ihrem äthiopischen Clan und den bunten Fahnen einen Regentanz. Irina Mikitenko stand klatschnass im Zielraum vor dem Buckingham Palast und hatte ihr strahlendes Lächeln für einige Augenblicke verloren.

«Ich bin einfach nur enttäuscht», meinte die deutsche Rekordhalterin aus Gelnhausen nach ihrem 14. Platz im olympischen Marathon. 2008 und 2009 hatte sie das klassische 42,195-Kilometer-Rennen in London gewonnen, doch 2012 war es ein hartes Pflaster für die fast 40 Jahre alte Läuferin.

3:37 Minuten fehlten Mikitenko auf die 24 Jahre alte Gelana, die im Endspurt der Kenianerin Priscah Jeptoo trotzte und mit fünf Sekunden Vorsprung in der olympischen Rekordzeit von 2:23:07 Stunden gewann. Bronze holte die Russin Tatjana Petkowa Archipowa (2:23:19). Auf dem Traumkurs entlang zahlreicher Sehenswürdigkeit mit Start und Ziel auf der Prachtstraße The Mall gingen immer wieder heftige Regenschauer auf die Teilnehmerinnen nieder. «Es war wirklich sehr anstrengend», sagte Mikitenko. «Bei Kilometer 25 gab es eine harte Tempoverschärfung. «Da habe ich mir gesagt: Du bleibst dran, egal wie. Und wenn du ins Ziel krabbelst.»

Im tiefsten Inneren hatte die gebürtige Kasachin bei ihrem letzten Olympia-Auftritt wohl doch von einer Medaille geträumt, auch wenn sie beim London-Marathon im April nur Siebte geworden war. «Ich habe noch einige Favoritinnen eingefangen», meinte Mikitenko. «Auf der einen Seite ist das Ergebnis natürlich enttäuschend. Auf der anderen Seite muss man sagen: Es waren 120 Läuferinnen - und ich hab' alles gegeben.»

Susanne Hahn aus Saarbrücken belegte in 2:30:22 Stunden Platz 32, nachdem sie sich vor vier Jahren bei den Olympischen Spiele von Magenproblemen geplagt auf Platz 52 durchgekämpft hatte. «Ich wollte es nach meinem Auftritt in Peking einfach auch genießen», sagte sie und schilderte begeistert: «Es war olympisch, die Stimmung war gigantisch. Meine Leistung war in Ordnung. Das war kein Ausreißer nach oben, aber auch kein Ausrutscher.»

Topfavoritin Mary Keitany, die Siegerin des diesjährigen London-Marathons und Afrika-Rekordlerin, verpasste als Vierte die Medaillenränge. «Der Regen hat es heute kompliziert gemacht. Als es anfing, habe ich mir gesagt: Gott sei Dank! Denn ich liebe es, im Regen zu laufen», erklärte Olympiasiegerin Gelana. «Ich habe das gemacht, seit ich ein kleines Kind bin.»

Mitten im Rennen war die Äthiopierin einmal ausgerutscht und hatte sich den Ellbogen aufgeschürft. Doch davon spürte sie nichts mehr, als sie unter grauem Himmel die grün-gelb-rote Fahne ihres Landes flattern ließ.

erschienen am 05.08.2012 um 16:23 Uhr

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