M/U # 1928 – Raisdorf – 12. Waldkapellen-Marathon (44 km) am 11.11.2012 – eigener Bericht

Der 12. Waldkapellen-Marathon am Sonntag, dem 11.11.2012, in Raisdorf-Neuwühren I/II war mit seinen 9 Runden bzw. 44 km erneut ein wunderschöner Herbstlauf in einer durchaus anspruchsvollen Endmoränen-Landschaft. Herzlichen Dank an Harald Petersen und seine Helferin für die liebevolle Organisation!

Andererseits – und dies sei nicht verschwiegen – gab es bei diesem Lauf auch ein gravierendes Manko, das der Veranstalter in diesem Fall nicht vermeiden konnte. Und zwar ging es um das Thema „Frühstart“: Es ist unstrittig, dass Frühstarts dort, wo sie möglich und angeboten werden, den langsamen Läufern die Chance eröffnen, mit einem großzügigeren Zeitrahmen den Lauf trotz ihrer Langsamkeit zu bestreiten und zu finishen. Gut eingesetzt, kommen sie den Aktiven wie den Veranstaltern gleichermaßen zugute. Den Veranstaltern halt, weil diese mehr Teilnehmer starten lassen können, ohne für die langsamen zum Schluss hin zu viele Überstunden machen zu müssen.

Problematisch werden Frühstarts dann, wenn schnelle Läufer versuchen, sie ebenfalls zu beanspruchen, beispielsweise um früher zum nächsten Termin zu fahren oder ganz einfach um früher zu Hause zu sein! Dies ist nicht der Sinn von Frühstarts!

Aus diesem Grund haben manche Veranstalter – wie zum Beispiel der 100MC bei seinen Öjendorf-Marathons – klare Regeln für Frühstarter, nämlich unbedingt rechtzeitige Voranmeldung sowie Laufleistungen über 5.30 h für Marathon. Diese Regeln sollten unantastbar bleiben.

Im Fall des 12. Waldkapellen-Marathons hatte RD Harald Petersen seinen langsamen Startern anstelle des Hauptstarts um 9.00 Uhr einen Frühstart um 8.00 Uhr angeboten. Diesen hatten auch Christine Schroeder und ich gebucht. Da jedoch der „Chief“, also Karl-Heinz Jost, noch deutlich langsamer ist, bekam er als einziger einen noch früheren Frühstart um 7.30 Uhr zugesagt. Und da er nicht so alleine auf die Strecke sollte, durfte auch Rosemarie von Kocemba mit ihm um 7.30 Uhr starten, auch wenn sie rund 90 Minuten schneller als der „Chief“ ist. Allzu lange dürften die beiden einander also nicht Gesellschaft geleistet haben.

Als Christine und ich um 7.43 Uhr an der Waldkapelle eintrafen, war außer Harald und seiner Helferin niemand mehr vor Ort. Wie sich herausstellte, hatten weitere Läufer, allen voran Regine Schulze, die von ihrem Leistungsvermögen sowieso nicht in den Frühstart, sondern den Hauptstart gehört hätten, dermaßen viel Druck auf Harald ausgeübt, dass die gesamte Gruppe bereits direkt vor unserem Eintreffen auf die Strecke gegangen war!

Abgesehen davon, dass es völlig indiskutabel ist, den Veranstalter derart zu nötigen, empfand ich dies – salopp gesagt – auch als „Kameradenschweinerei“ uns gegenüber, die wir dann um 8.00 Uhr zusammen mit Harald starteten. Wieso hatten diese Vorab-Starter es nicht nötig, zumindest solange zu warten, bis alle angemeldeten 8-Uhr-Frühstarter komplett vor Ort waren?

Am meisten tat mir noch Harald leid, der sich mit dieser Veranstaltung erneut derart viel Mühe gegeben und alles höchst liebevoll und läufergerecht aufgebaut hatte, obwohl es ihm bekanntermaßen nach dem Tod seiner Frau oftmals nicht gut geht. Er war diesem kollektiven Druck einfach nicht gewachsen und hatte ihm somit nicht standhalten können.

Da Harald nach unserem gemeinsamen 8-Uhr-Start trotz zwischenzeitlicher Streckenmarkierung an wichtigen Punkten schneller lief als wir, waren Christine und ich rasch allein unterwegs. Der Herbstwald war wieder einmal ein wahrer optischer Genuss! Immer wieder stoppten wir für Fotos, auch wenn sich nachher herausstellte, dass die Bilder aus der ersten Runde lange nicht mit den später geschossenen mithalten konnten.

Nach 15.45 min passierten wir gemeinsam den Marathonstart; ab hier begann nun unserer zweite parallele Zeitnahme für die 42,195 km-Distanz.

Wir hatten es nicht besonders eilig, „rollten“ uns in Ruhe ein, genossen die Natur und versuchten (erfolgreich), den Ärger der ausschreibungswidrigen Früheststarter wieder zu verdrängen. Nach 0.41.50 h hatten wir Runde 1 (von 9) fertig.

Als wir in Runde 2 liefen, stellten wir fest, dass auch beim 9-Uhr-Start diverse Teilnehmer nach Lust und Laune vorab starteten. Haralds Helferin hatte dies nach dem Muster der Vorab-Frühstarter freigegeben…

In Runde 2 schloss dann Thorsten Themm zu uns auf. Thorsten hatte sich – wie wir und Joachim Neuhaus – um einen der 140 Startplätze des 19th Grand Union Canal Race von Birmingham nach London am 25.-27.05.2013 beworben, war aber vorgestern bei der Lotterie leider nicht erfolgreich gewesen. Wir unterhielten uns lange und intensiv über das GUCR, die Vorbereitung, auch die Chancen, als Nachrücker doch noch einen Startplatz zu bekommen…

Da Thorsten und ich „ewig lange“ schon nicht mehr in Ruhe hatten klönen können, nutzten wir die Chance hier und jetzt, während sich Christine langsam, aber unaufhaltsam nach vorne absetzte und den Herbstwald ganz für sich alleine genoss.

Thorstens und meine Rundenzeiten lagen dabei bei 42.27, 43.59, 42.46, 44.31, 44.42, 45.43 und 45.33 min. Eingangs meiner Schlussrunde trennten wir uns dann, weil Thorsten wenigstens noch zwei schnelle Runden laufen wollte. Ich hatte mir inzwischen vorgenommen, über die 44 km eine 6.37 oder 6.38 h und über Marathon eine 6.22 h ins Ziel zu bringen, was mir mit einer 46.34er Runde auch punktgenau gelang: Marathon 6.22.20 h und 44 km 6.38.05 h!

Gut fünf Minuten später war auch Thorsten mit seinen beiden Schlussrunden fertig und im Ziel!

Wir klönten noch ein wenig mit Harald und den anderen Finishern und brachen wenig später auf…

Fazit: eine super-schöne Veranstaltung mit einem außerordentlich-guten Preis-Leistungs-Verhältnis und sehr liebevoller Organisation, aber indiskutablem Frühstarter-Verhalten!

11.11.12 23:35

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